Theatralische Immanenz: Der deus ex machina nach dem Tod Gottes

Authors

  • Freddie Rokem Tel Aviv University

DOI:

https://doi.org/10.21476/PP.2017.32181

Keywords:

Dispositive des Theaters, Bertolt Brecht, Walter Benjamin, 'Metaphysischer Materialismus', Die Drei Groschen Oper

Abstract

Das Auftreten übernatürlicher Geschöpfe auf der Theaterbühne, die in den Verlauf der Handlung intervenieren – wie der deus ex machina – ist mit dem „Tod Gottes“ nicht zu einem Ende gekommen. Es kann von zwei Perspektiven betrachtet werden: zuerst als ein meta-theatralisches Instrument, durch welches das theatralische Medium selbstreflexiv, manchmal sogar spielerisch, seine eigenen Bedingungen und Grenzen erforscht, als integraler Aspekt des theatralischen Apparates, oder seines Dispositivs; und zweitens von einer philosophischen oder theologischen Perspektive, wobei es die Frage aufwirft, warum es weiterhin als eine machtvolle Metapher dient – nicht nur für eine offene Zukünftigkeit, durch die utopische Begriffe kritisch reflektiert und neu figuriert werden, sondern auch für ideologische, soziale und persönliche Konflikte, wobei es oftmals sogar starke Elemente von Exzess, Gewalt und Grausamkeit impliziert. Der Artikel diskutiert diese theoretischen Fragen und erläutert sie anhand von Beispielen aus der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Elisabeth Hauptmann.

Author Biography

Freddie Rokem, Tel Aviv University

Freddie Rokem ist Professor (Emeritus) im Department of Theatre der Tel Aviv Universität, wo er als Dekan der Faculty of the Arts fungierte (2002-2006) und ist zur Zeit Wiegeland Visiting Professor of Theater & Performance Studies an der University of Chicago. Seine jüngsten Publikationen sind Philosophers and Thespians: Thinking Performance (2010); Jews and the Making of Modern German Theatre (2010, herausgegeben mit Jeanette Malkin); Strindberg’s Secret Codes (2004) und das preisgekrönte Buch Performing History: Theatrical Representations of the Past in Contemporary Theatre (2000). Er war Gastprofessor an mehreren Universitäten in den Vereinigten Staaten, Deutschland, Finnland und Schweden und ist praktizierender Dramaturg.

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Published

21-12-2017

How to Cite

Rokem, F. (2017). Theatralische Immanenz: Der <i>deus ex machina</i> nach dem Tod Gottes. Performance Philosophy, 3(2), 548–562. https://doi.org/10.21476/PP.2017.32181

Issue

Section

Immanenz in zeitgenössischer Philosophie und den Künsten